Mit dem Motorboot im Fürstenberger Seenrevier unterwegs © TMB-Fotoarchiv/ Wieck
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Przewalski Pferde in der Döberitzer Heide, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

01.06.17

100. Geburtstag des legendären Tierfilmers Heinz Sielmann

Der berühmte Tierfilmer Heinz Sielmann wäre am 2. Juni 2017 100 Jahre alt geworden. Für die Heinz Sielmann Stiftung ist dies ein wichtiger Anlass zurück zu blicken und gleichzeitig nach vorne zu schauen. Anliegen der Stiftung ist es, große, unbesiedelte Gebiete durch Ankauf für den Natur- und Artenschutz dauerhaft zu sichern. Ein Schwerpunkt der Stiftungsarbeit ist Brandenburg. Von insgesamt sieben Sielmanns Naturlandschaften sind vier in dem Bundesland zu finden. 

Mit seinen aufwändigen Tierdokumentationen schrieb Sielmann Kino- und Fernsehgeschichte. Seine Werke brachten ihm zeitlebens zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter auch die Goldene Kamera und den Bambi. Seine beliebteste Fernsehserie war mit 171 Folgen „Expeditionen ins Tierreich", die er von 1965 bis 1991 für das Erste Deutsche Fernsehen produzierte und moderierte. 

 „Zeit seines Lebens hatte Heinz Sielmann seine Berühmtheit durch Film und Fernsehen dafür genutzt, die Öffentlichkeit für den Schutz der Natur zu sensibilisieren“, sagt Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung. Sein dringlichstes Anliegen sei der Erhalt der Artenvielfalt gewesen. Fünf Kontinente hat Heinz Sielmann im Laufe seiner Arbeit bereist und dabei unzählige Filmproduktionen realisiert. 1994 rief Heinz Sielmann gemeinsam mit seiner Frau Inge die „Heinz Sielmann Stiftung“ ins Leben. „Wir dachten darüber nach, wie die Menschen innerhalb nur weniger Generationen in Jahrmillionen entwickelte Lebensformen vernichten“, sagt Inge Sielmann, 87, die alle wichtigen Entscheidungen mit ihrem Mann gemeinsam traf. 

In Brandenburg gehören die Naturlandschaften und Schutzprojekte Döberitzer Heide, Wanninchen, Großschauener Seen und die Kyritz-Ruppiner Heide zur Heinz Sielmann Stiftung. 

Die Döberitzer Heide – Wildnis vor den Toren der Hauptstadt

Mit ihrer besonderen Lage zwischen der Metropole Berlin und der Landeshauptstadt Potsdam ist die Döberitzer Heide einzigartig. Ein Wildnisgroßprojekt - Lebensraum für 5.500 Arten - auf 3600 Hektar. Ein ehemaliger Truppenübungsplatz, in den der Berliner Tiergarten 17 Mal hineinpassen würde. Die Sielmann Stiftung hat in der Döberitzer Heide fast ausgestorbene Wildtierarten angesiedelt. 90 Wisente, 30 Przewalski-Pferde und 90 Rothirsche haben hier eine Heimat gefunden. Wisente und Przewalski-Pferde waren im 20. Jahrhundert außerhalb von Zoos und Gehegen ausgestorben. In der Döberitzer Heide leben sie wieder frei in der Natur und kehren zurück zu ihrem ursprünglichen Verhalten in der Wildnis. Gleichzeitig pflegen die Tiere die Landschaft, indem sie den Bewuchs kurz halten. Besucher können die Döberitzer Heide auf einem Wegenetz von insgesamt 22 Kilometern zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchstreifen und von hier aus die Wildniskernzone beobachten. Regelmäßig finden auch geführte Touren statt. Heinz Sielmann Naturlandschaft Döberitzer Heide, Zur Döberitzer Heide 10, 14641 Wustermark/Elstal

Wanninchen – bizzare Bergbaufolgelandschaft

Seit dem Ende des im Süden Brandenburgs gelegenen Tagebaus Wanninchen im Jahr 1991 erobert sich die Natur die industriell genutzen Flächen zurück. Im Jahr 2000 kaufte Sielmann mit seiner Stiftung ein Areal von 3.300 Hektar, um die Bergbaufolgelandschaft mit ihrem großen ökologischen Potenzial für den Naturschutz zu sichern. Die Landschaft mutet teilweise bizzar und wüstenähnlich an und ist geprägt von sandigen Dünen und wertvollen Moorflächen. Im Herbst ist Wanninchen Schauplatz des großen Vogelzugs. Tausende Kraniche, Grau- und Wildgänse rasten und nächtigen hier und können von einem Aussichtsturm aus beobachtet werden. Insgesamt brüten 110 Vogelarten in der Landschaft, darunter viele gefährdete Arten. Im letzten Haus des Dorfes, das die Bagger verschonten, hat die Stiftung ein Natur-Erlebniszentrum eingerichtet. Hier werden Ausstellungen zur Landschaft und ihren Tier- und Pflanzenarten, zu den durch den Bergbau "verschwundenen Orten" sowie zum Leben von Heinz Sielmann präsentiert. Heinz Sielmann Natur-Erlebniszentrum Wanninchen, 15926 Luckau/OT Görlsdorf, Telefon: 03544 557755

Groß Schauener Seen – Wasserlandschaft im Süden Berlins

Über 3000 Seen gibt es im Land Brandenburg. Mit Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen im Naturpark Dahme-Heideseen, rücken die Biotope an Gewässern mit ihrem Artenreichtum in den Mittelpunkt. Schilfbewachsene Ufer und Erlenbrüche prägen die Landschaft. Zahlreiche Vogelarten, darunter zum Beispiel Graugänse, Rot- und Schwarzmilane, See- und Fischadleradler sowie Kraniche leben hier und können mit etwas Glück von Naturliebhabern bei einer Wanderung entdeckt werden. Auch Sielmanns Lieblingstier, der Fischotter, ist hier heimisch. Die Sielmann Stiftung hat einen  Rundwanderweg mit Beobachtungsturm eingerichtet. Auf dem Gelände der Fischerei Köllnitz kann die Ausstellung „Eintauchen und Abheben“ besucht werden. Sie stellt die Landschaft mit ihren Bewohnern aus dem Blick der zwei Charakterarten Fischadler und Fischotter dar. Heinz Sielmann Naturlandschaft Groß Schauener Seen, Groß Schauener Hauptstraße 31, 15859 Storkow (Mark).

Kyritz Ruppiner Heide – Kremserfahrten statt Kampfbomber

Jahrzehntelang wurde in der Kyritz-Ruppiner Heide zwischen Wittstock und Rheinsberg zu Übungszwecken mit scharfer Munition geschossen. Fast zwei Jahrzehnte lang haben die Menschen im Norden Brandenburgs für die „freie Heide“ gekämpft. Im Jahr 2011 kam dann die befreiende Nachricht: die 12.000 Hektar große Heidelandschaft wird nicht weiter von der Bundeswehr genutzt. Seit dem Jahr 2012 betreut die Sielmann Stiftung ein 4.000 Hektar großes Areal in der Kyritz-Ruppiner Heide. Die Landschaft hat mit ihrer seltenen Fauna und Flora - darunter Tieren wie Seeadler, Wolf und Wiedehopf - eine besondere Bedeutung für den Naturschutz in Deutschland. Kutschunternehmen bieten Fahrten in die riesige Heidelandschaft an, die besonders zur Heideblüte im August und September spektakulär sind. Seit Mai 2016 gibt es außerdem einen sechs und einen sieben Kilometer langen Wanderweg, der die angrenzenden Orte Pfalzheim und Neuglienicke bzw. Rossow miteinander verbindet. Die Stiftung hat die Wege entmunitioniert und Rastplätze gebaut. Sielmanns Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide, 16818 Pfalzheim/Temnitzquell

Sielmann 100  - Geburtstagsprogramm für eine Legende 

Zu Ehren des 100. Geburtstages von Heinz Sielmann präsentiert die Heinz Sielmann Stiftung und das Museum für Naturkunde in Berlin vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 die Ausstellung SIELMANN!. Seltene und wichtige Tierarten der Sielmanns Naturlandschaften werden durch Objekte und Filmbeiträge von Heinz Sielmann dokumentiert. Diese sind jedoch nicht für jedermann sichtbar, sie müssen entdeckt werden. Denn Naturbeobachtung heißt – genau hinschauen. Kinder entschlüsseln in der Ausstellung ganz andere Geheimnisse als ihre Eltern und erschließen sich so ihre eigene Faszination Natur. Die Ausstellung spiegelt damit auch Heinz Sielmanns Motto wider "Nur wer die Natur kennt und liebt, wird sie schützen". 

Sielmanns Naturlandschaften in Brandenburg laden im Juni zu Familienfesten und geführten Touren ein. So am 11. Juni zum "Heidespaß", einem Kutsch- und Familienfest in der Kyritz-Ruppiner Heide, am 17. Juni zum Familienfest in Wanninchen unter dem Motto „Mit Heinz Sielmann um die Welt“ sowie am 18. Juni zur „Lockenden Wildnis“- einem Familienfest der Döberitzer Heide.

Ausführliche Informationen zu diesen sowie allen weiteren Veranstaltungen der Heinz Sielmann Stiftung und zur Arbeit der Stiftung unter: www.sielmann-stiftung.de

Informationen zur Ausstellung SIELMANN! unter www.naturkundemuseum.berlin

Eine große Auswahl an Pressefotos stehen im Pressebereich der Heinz Sielmann Stiftung unter www.sielmann-stiftung.de/presse zum Download zur Verfügung.

Einen Blogbeitrag zu Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide gibt es unter www.blog.reiseland-brandenburg.de

Weitere Informationen: www.reiseland-brandenburg.de

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Download Pressefoto:

Przewalski Pferde in der Döberitzer Heide 

Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

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